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Daniel Köbsch


Herbsttour 2024

Allein von Franken ins Erzgebirge

Fünf Tage, 457 Kilometer und unzählige Erlebnisse. Ein Solo-Abenteuer, das mich von der Ruhe des Main-Donau-Kanals über vergessene Täler im Vogtland bis an meine Grenzen im Erzgebirge brachte. Eine Geschichte über sensationellen Kaffee, unerwartete Umwege und wunderbare Begegnungen.

Zeitraum
27. September – 1. Oktober 2024
Etappen
5
Strecke
457 km
Anstieg
4.579 m
Länder
Deutschland, Tschechien
Sonnenuntergang über den Hügeln des Elbsandsteingebirges
Abb. 1 – Sonnenuntergang über den Hügeln des Elbsandsteingebirges

Prolog

Manchmal muss man einfach los. Allein. Diese Tour war genau das: eine Flucht nach vorn, ein Dialog mit der Landschaft und mit mir selbst. Fünf Tage, die mit einer einfachen Fahrt am Kanal begannen und in einem epischen Ritt über die höchsten Gipfel des Erzgebirges endeten. Es war eine Reise voller Kontraste: von der urbanen Gemütlichkeit Nürnbergs zur rauen, vergessenen Schönheit des Vogtlandes; von sonnigen Pausen zu Regenbögen an der Talsperre. Am Ende bleibt nur eins zu sagen: I love it.

Allgemeine Routen-Informationen

Etappenübersicht

EtappeStartZielDistanz (km)Höhenmeter (Hm)
1BambergNürnberg61.8247
2NürnbergBayreuth88.2864
3BayreuthAdorf114.31102
4AdorfBoží Dar54.91215
5Boží DarDresden138.1553

Die Etappen: Eine detaillierte Timeline

Tag 1: Bamberg -> Nürnberg

Ausnahmsweise mal alleine mit dem Zug nach Bamberg gefahren und am Main-Donau-Kanal entlang nach Nürnberg. Was für ein krasses Bauwerk. Mit @oliver_geisler_dd im Bratwurströslein endlich mal original Nürnberger Würstchen gegessen und für gut befunden ;)

Am Ufer des Main-Donau-Kanals unter bewölktem HimmelBrückenstatue an der Altmühl bei DietfurtDramatischer Himmel über der Brücke bei DietfurtPause auf einer Bank am Main-Donau-KanalEin Hermelin späht aus einem Stapel HolzstämmeDie aufgemalte Sonne am Arzberg bei BeilngriesFränkische Bratwurstplatte mit Kartoffelsalat und Sauerkraut
Etappe 1 – Bamberg → Nürnberg

Tag 2: Nürnberg -> Bayreuth

Heute dann auf einer wunderschönen Strecke immer der Pegnitz folgend nach Bayreuth aufgebrochen, das ist schon ein sehr lieblicher Landstrich da. Wer mal in Pegnitz ist: @kaffee.meister macht sensationell guten Kaffee! Dann noch die paar Kilometer bis Bayreuth gerollt, und jetzt guck ich mal ob mich Wagners Geist inspiriert 😅

Radwegweiser in Nürnberg Richtung Erlenstegen und KornburgFahrrad vor der Kaiserburg in Lauf an der PegnitzIdyllischer Radweg im PegnitztalRast an einer kleinen Kapelle im GrünenKaffeepause mit Panini und fritz-spritzWegweiser in Bayreuth zu Partnerstädten wie Prag und La Spezia
Etappe 2 – Nürnberg → Bayreuth

Tag 3: Bayreuth -> Adorf

Now things got real 😅 Nach dem obligatorischen Abstecher zum Festspielhaus dann gleich erstmal schön 200HM die alte Bergstraße hoch, diese Straßenamen haben eine Bedeutung… Aber dann: auf dem #Brückenradweg Bayern-Böhmen den Weißen Main entlang bis Hohenberg an der Eger. Fantastisch! Nach der Pause in der Sonne dann entspannt durch Tschechien gecruised, in Bad Brambach in den #Musikradweg eingestiegen und die herrliche Natur genossen. Und Höhenmeter gesammelt 😎 Jetzt bin ich hier der einzige Gast im Landhotel und hab die Bude für mich☺️

Morgensonne am Festspielhaus in BayreuthBlick vom Bindlacher Berg hinab auf die StadtLandstraße mit Nebelschwaden über den Feldern im FichtelgebirgeAn der Ochsenkopfschanze in BischofsgrünPause am Fichtelsee im FichtelgebirgeMittagessen: Drei Bratwürste mit Kraut und BrotRadwegweiser an einer Weggabelung im WaldBurger zum Abendessen mit einem Glas Sternquell Bier
Etappe 3 – Bayreuth → Adorf

Tag 4: Adorf -> Boží Dar

The only way is up. Durch’s Vogtland, vergessene Täler, über Mittelgebirgsgipfel, Hochmoore, um plötzlich kurz vorm einem Gipfel an einem komischen Banner zu stehen welches die Weiterfahrt untersagt, also wieder runter in’s Tal und wieder hoch, was den Zeitplan obsolet gemacht hat. Dann zum Sonnenuntergang in Bozi Dar angekommen, die erstbeste Pension gewählt, herrlich gegessen… um dann festzustellen dass Uli und Jens nur 40m entfernt abgestiegen sind und dann noch einen wunderbaren Abend gemeinsam verbracht. Das war mein Tag, und er war sehr schön😜

Pause an einer Schutzhütte im WaldRast am Wald-Imbiss im ErzgebirgeAnkunft am Auersberg Haus mit AussichtsturmEin Banner des Staatsbetriebs Sachsenforst sperrt den WaldwegBöhmisches Abendessen: Gulasch mit Knödeln und einem kühlen Bier
Etappe 4 – Adorf → Boží Dar

Tag 5: Boží Dar -> Dresden

Bibber Schlotter, das war echt kein Sommer mehr heute Morgen auf #Keilberg und #Fichtelberg. Da es sich die nächsten Tage einregnen soll, hab ich mich für den direkten Weg nach Hause entschieden, naja, fast direkt, die beiden höchsten Gipfel mussten schon noch sein ;) Dann ging’s im Regen auf dem Kammweg (#23) durch das herbstliche Erzgebirge, erst in Olbernhau kam die Sonne bissl durch. Zwischen Holzhau und Hemmschuh gibt’s wieder eine alte Eisenbahnstrecke auf der Grenze entlang, sehr zu empfehlen. Lecker Café bei Pfützners in Schmiedeberg, Regenbogen an der Malter und CDF Sonnenuntergang oberhalb von Kreischa. Und fertsch.

Das alte Hotel auf dem Keilberg, in dichten Nebel gehülltDer Fichtelberg-Gipfel bei starkem NebelBlick auf Oberwiesenthal mit der dampfenden FichtelbergbahnHistorische Fachwerkhäuser in JöhstadtRast an einer Schutzhütte im sonnigen WaldAbendsonne über den Wäldern des ErzgebirgesEin Regenbogen über der Talsperre MalterAbendstimmung mit Blick auf die Sächsische SchweizSonnenuntergang über den Hügeln des Elbsandsteingebirges
Etappe 5 – Boží Dar → Dresden

GPX-Track

1.3007001000 km457 kmm
Karte – 457 km, 4.579 m Anstieg (berechnet aus dem GPX-Track). GPX-Track herunterladen (.gpx)

Pässe & Anstiege

Regionen und Tourismus

  • Fränkische Schweiz: Sanfte Hügel, durchzogen von Flusstälern, gespickt mit Felsformationen und Brauereien.
  • Fichtelgebirge: Die Anstiege werden länger, die Wälder dichter.
  • Vogtland: Der Übergang ins Erzgebirge mit malerischen Kurorten.
  • Erzgebirge: Das Dach der Tour. Berühmt für seine Bergbautradition und beeindruckende Stauseen.

Kulturelle Highlights & Spezifische Orte

  • Kaffee Meister, Pegnitz: Ein Muss für Kaffeeliebhaber.
  • Silbermühle („Ende der Welt“): Ein fast vergessener Ort im Silberbachtal.
  • Talsperre Preßnitz & Malter: Imposante Wasserbauwerke und lohnende Ziele.
  • Gipfel des Erzgebirges: Auersberg, Pleßberg, Fichtelberg und Keilberg boten fantastische Panoramen.

Besuchte Campingplätze und Unterkünfte

Fazit

Am Ende einer solchen Reise sind es nicht nur die Kilometer, die zählen. Es sind die Entdeckungen am Wegesrand – ein unerwartet guter Kaffee, vergessene Dörfer, ein Regenbogen zur richtigen Zeit.


P.S. Für die Nerds & Bibliophilen

Dieser Text ist das Ergebnis einer Mensch-Maschine-Kollaboration. Während ich die Kilometer gefressen, die Pizza gegessen und im Zelt geschlafen habe, hat mein persönlicher „Reise-Chronist“ im Hintergrund den digitalen Brotkrumen der GPX-Tracks eine Dramaturgie entlockt, in Archiven nach den Namen vergessener Pässe gegraben und die Wegweiser für die digitale Welt (die Links) gesetzt.

Kurz gesagt: Die Anekdoten sind meine, die Archive hat er durchforstet.